Da draußen

Da draußen

Ben Moore

Der renommierte Astrophysiker Ben Moore widmet sich in seinem neuen Buch der Astrobiologie - dem Forschungsfeld der Herkunft, Evolution und Verteilung von Leben in unserem Universum.

Neueste Forschungsergebnisse legen nahe, dass es allein in unserer Galaxie über zehn Milliarden bewohnbare Planeten geben könnte. Die wissenschaftliche Suche nach außerirdischem Leben ist dadurch zu einer ernst zu nehmenden Disziplin geworden. Doch wie viel können wir von unserem Beobachtungsposten auf der Erde überhaupt erfahren über diese fremden Welten? Könnten Menschen auf diesen Planeten überleben, und wie könnte "echtes" außerirdisches Leben aussehen? Unsere Träume von Außerirdischen wurden durch Science-Fiction geprägt, aber sind diese Träume realistisch? Ben Moore nimmt uns mit auf eine atemberaubende Reise zwischen Wissenschaft und menschlicher Vorstellungskraft.

Format

  • Ben Moore – Da draußen
    Leben auf unserem Planeten und anderswo

    Mit Illustrationen von Katharina Blansjaar
    Aus dem Englischen von Katharina Blansjaar
    Hardcover
    Format: 13,5 x 21,0 cm , 352 Seiten
    ISBN: 978-3-0369-5705-0

    22,90 EUR

  • Ben Moore – Da draußen
    Leben auf unserem Planeten und anderswo

    Aus dem Englischen von Katharina Blansjaar
    eBook
    352 Seiten
    ISBN: 978-3-0369-9286-0

    Alter Preis 18.99€|24.00CHF
    8,99 EUR

Leseprobe

VORWORT

Da draußen zwischen den Sternen gibt es zahlreiche Welten, die der unseren gleichen. Das ist ein unglaublicher Gedanke. Wie viele dieser Welten sind öd und leer, und wie viele von Leben erfüllt? Meines Erachtens ist die Frage, die sich aufdrängt, nicht, ob es da draußen überhaupt
Leben gibt, sondern wie dieses Leben aussehen könnte.
Um diese Fragen zu beantworten, beginne ich mit dem Anfang, mit der Funktionsweise und dem Ursprung des Lebens. Ich werde definieren, was das Leben ist, erläutern, wie es funktioniert, und den Theorien nachgehen, die seinen Ursprung zu erklären versuchen. Die frühe Erde war vielleicht eine zu feindselige Umgebung, als dass sich in ihr Leben aus einer Ursuppe hätte entwickeln können. Ich bevorzuge die Idee, dass sich das Leben anderswo in unserem Sonnensystem gebildet hat, und werde meine Vorstellungen dazu erläutern.
Im Jahr 2013 haben Astronomen entdeckt, dass Planeten wie unsere Erde häufig sein könnten und die Erde wohl nur einer von zahllosen Gesteinsplaneten dieser Art in unserer Galaxie ist. Viele dieser Welten könnten unserer Heimat ähnlich, manche ganz anders sein. Manche Welten sind vielleicht komplett von einem Ozean bedeckt – könnten intelligente Kreaturen wie Delfine sich über eine Steinzeit hinaus entwickeln, um eine industrielle Revolution und ein Weltraumzeitalter zu erreichen? Andere Welten könnten ständig Tageslicht haben – würden Kreaturen auf diesen Welten nie schlafen oder träumen?
Unsere Reise durch die Astrobiologie – das interdisziplinäre Forschungsgebiet, das sich mit dem Leben auf der Erde und dem Leben da draußen im Universum auseinandersetzt – wird uns die aktuellsten Forschungsergebnisse näherbringen. Astrobiologen streben danach, die wirklich großen Fragen zu beantworten: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und: sind wir allein im Universum? Ich halte an der Universität Zürich eine Vorlesung zur Astrobiologie. Diese vereint die neuesten Resultate aus Astronomie, Biologie, Chemie, Geophysik, Physik und Planetologie, um nur einige zu nennen.
Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich die Geschichte des Lebens für die großartigste Geschichte von allen halte. Die zwei meistgedruckten Bücher aller Zeiten erzählen vom Ursprung des Lebens. Es muss ein interessantes Thema sein, denn diese Bücher wurden über zehn Milliarden Mal gelesen. Aber ich will Ihnen eine alternative Sichtweise präsentieren, eine, die aus der wissenschaftlichen Forschung hervorgegangen ist. Im vergangenen Jahrzehnt gab es so viele aufregende Entwicklungen, dass ich es kaum erwarten kann, Ihnen von den neusten wissenschaftlichen Resultaten und Theorien zu berichten. Und ich werde versuchen, dies alles auf möglichst unterhaltsame Art zu tun,
auf einer Ebene, die jeder verstehen kann, der sich für diese Themen interessiert.
Ich will noch einen Schritt weitergehen. Wie würden Außerirdische aussehen, und was für Fähigkeiten könnten sie haben? Wie fortgeschritten sind wohl ihre Zivilisationen? Hätten sie die gleichen Gefühle und ethischen Prinzipien wie wir? Fänden wir gegenseitig Gefallen an unserer Kunst und Musik? Hätten außerirdische Zivilisationen ein friedliches Zusammenleben erreicht?
Science-Fiction zeichnet ein bestimmtes Bild von Außerirdischen. Doch ist diese Darstellung korrekt, oder könnte die Realität ganz anders aussehen? Die Schilderung von Außerirdischen in Kunstwerken, Büchern und Filmen beflügelt unsere Vorstellungen. Aber wie viel davon ist aus Sicht der Wissenschaft möglich – und was ist reine Fantasie? Die Realität könnte sich erheblich von unseren Vorstellungen unterscheiden. Ich werde erläutern, dass außerirdisches Leben Fähigkeiten und Eigenschaften entwickelt haben könnte, die sich mit nichts auf der Erde vergleichen lassen.
Wir brennen darauf, mehr über diese fernen Welten zu erfahren und darüber, ob es dort Leben gibt oder nicht. Von der Erde aus können wir bereits viel über diese Welten lernen, und wir werden sehen, dass die nächsten zwei Jahrzehnte vielleicht spannende Entdeckungen bringen werden. Ehrgeizige neue Missionen ins All sind geplant, und leistungsstarke neue Teleskope befinden sich im Bau – diese Projekte haben den einzigen Zweck, diese fernen Welten genauer zu erkunden.
Meine Forschungstätigkeit an der Universität Zürich konzentriert sich auf die computergestützte Astrophysik und die Kosmologie. Auf den größten Supercomputern der Welt simulieren wir mithilfe von ausgefeilten Programmen die Entstehung und Entwicklung von Planeten und Galaxien.
Meine Forschungsgruppe ist Teil eines größeren Netzwerks von Schweizer Universitäten, die gemeinsam ein ehrgeiziges Zehnjahresprogramm gestartet haben, um mehr über diese fernen Welten in unserer Galaxie, sogenannte Exoplaneten, zu erfahren.
Unseren größten Teleskopen erscheint ein erdähnlicher Planet, der einen anderen Stern umläuft, nur als undeutlicher Lichtpunkt. Doch Astronomen haben Techniken entwickelt, um die Eigenschaften und Atmosphären dieser Planeten zu studieren und sogar ihr Klima und ihre
Wetterverhältnisse zu beobachten. Es ist möglich, dass wir innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte auf den Oberflächen solcher Planeten die Signaturen von Leben feststellen werden. Das klingt ziemlich beeindruckend, und das ist es auch.

Ben Moore, Zürich 2014

 

EIN PLANET FÜR JEDEN VON UNS

Während Tausenden von Jahren haben Menschen zu den Sternen hinaufgeschaut und sich gefragt, was dort draußen in den Weiten unserer Galaxie liegt. Unsere Erde scheint so perfekt geeignet, um Leben zu beherbergen. Gibt es Leben nur auf unserer Erde, oder könnte es da draußen zwischen den Sternen noch andere Welten wie unsere geben? Diese Spekulationen haben nun ein Ende, da Forscher kürzlich entdeckt haben, dass Planeten wie unsere Erde häufig sind. Es ist eine der grundlegenden Entdeckungen in der Geschichte der Wissenschaft. Wenn Sie das nächste Mal zu den Sternen hochschauen, sollten Sie einen Moment lang innehalten und daran denken, dass die meisten dieser Sterne ein eigenes Planetensystem haben.
Die Astronomie ist Teil der menschlichen Kultur, seit es schriftliche Aufzeichnungen gibt. Vor über zweitausend Jahren bedienten sich die alten Griechen einfacher Beobachtungen sowie der Trigonometrie und der Logik, um den Platz der Erde im Sonnensystem zu bestimmen. Sie entdeckten, dass unsere Heimat ein großer, kugelförmiger Gesteinsbrocken ist, der um unsere viel größere Sonne kreist. Aristarchos
von Samos (3. Jhdt. v. Chr.) war der erste, der die Distanz von der Erde zur Sonne und von der Erde zum Mond vermaß und die Größe dieser Himmelskörper berechnete. Das war lange vor der Erfindung von Teleskopen und Taschenrechnern – ist das nicht bemerkenswert?
Die alten Griechen fragen sich auch, ob unsere Erde einzigartig sei. Der Philosoph Demokrit (ca. 4. Jhdt. v. Chr.) ...

Autor

Ben Moore (geb. 1966) ist Professor für Astrophysik an der Universität Zürich. Der Brite hat über 200 wissenschaftliche Abhandlungen verfasst, unter anderem zum Ursprung der Planeten und Galaxien sowie zu Dunkler Materie und Dunkler Energie. Seit 2013 hält er eine Vorlesung zur Astrobiologie, welche [...]

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Presse

20 Minuten

»Moore hat (…) einen sehr trefflichen englischen Humor, der hilfreich ist, komplizierte Sachverhalte zu erklären. In diesem Sinne: Mögen die Ausserirdischen ruhig kommen!«

Weltwoche

»Ben Moore ist der Popstar unter den Wissenschaftlern. Der Brite mit dem schelmisch-bübischen Gesicht schafft es, die grössten Fragen unseres Daseins für jedermann verständlich und auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft zu erklären.«

Anschauliches