Olivia Sudjic – Hintergrund, 15.05.17
Patrick Sielemann

Der ultimative Sympathie-Soundtrack

In dem gefeierten Debüt von Olivia Sudjic spielt Musik eine große Rolle – ständig hat man beim Lesen ein Lied im Ohr. Um ein angemessenes Gefühl für den Roman zu bekommen, klicke man sich bloß durch diese 10 Songs!

 

1) Mura Masa: “What If I Go?"

Ich wusste alles über sie und hätte mich an die kleinste Einzelheit eines jeden Tages erinnern können, ob sie ihn mit mir verbracht hatte oder nicht.

 

2) Cocorosie: „Japan“

Ich schlief auf einer Matratze auf dem Boden, trank grünen Tee und aß ausschließlich japanisch, während ich mich in Bücher über die Geschichte und Kultur Japans vertiefte.

 

3) Nick Cave: „Higgs Boson Blues“

Mein Gehirn schmerzt bei der Vorstellung, dass die größte Maschine der Welt das kleinste existierende Teilchen gefunden haben soll.

 

4) Louis Armstrong: „La Vie en Rose“

Ich war ein nichtssagendes Ding, das sie mit ihrem Blick in etwas Interessantes verwandelt hat.

 

5) Emmy the Great: „Algorithm“

Algorithmen verbinden uns nicht mit neuen Dingen und vergrößern nicht unsere Welt, sondern schrumpfen sie stattdessen auf eine schmale Kammer mit Spiegelwänden zusammen.

 

6) FKA Twigs: “Video Girl”

Wahrscheinlich würde es sich so ähnlich anfühlen, wenn man neben Jesus oder dem Weihnachtsmann aufwachte. Man denkt, man wüsste alles über diese Person aus dem Internet, und dann sieht man sie plötzlich in echt.

 

7) Lykke Li: “I Follow Rivers”

Ich schenkte mir ein Glas Wodka ein, umkreiste mein Handy ein paar Mal und schlug dann zu. Nicht mehr folgen. Eine Sekunde lang fühlte es sich gut an.

 

8) The XX: “Reunion”

Sie kehrte am nächsten Morgen um 10:01 Uhr zu mir zurück, zu einer gespiegelten Uhrzeit, wie erwartet.

 

9) The National: “Sorrow”

Die Welt wurde still. Ich stand still. Ich konnte nicht weitergehen.

 

10) Warpaint: “No Way Out”

Wenn man wieder da ankommt, wo man angefangen hat, ist das Ende erreicht.