Chris Nolde – Tipps und Tricks für angehende Schriftsteller, 15.02.16
Chris Nolde

Berlin, Berlin, jeder Schriftsteller muss nach Berlin

Sinnvolle Tipps für Schriftsteller

 

Das Schreiben ist ein hartes Pflaster mit spitzen Steinchen, und in den ersten Jahren bist du barfuß unterwegs. Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche. Ich bin Max Baum, der Protagonist aus Chris Noldes Roman Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel. Hier sind nun ein paar Tipps, die du beherzigen solltest, wenn du es als Autor versuchen willst. Die sind natürlich obligatorisch und für jeden Schreibenden anzuwenden. 


1. Werde auf der Stelle all dein Geld los. Sicherheit und ein gefüllter Magen blockieren dich nur beim Arbeiten. Warte, bis dein Kontostand ein belebendes Minimum erreicht hat, dann fang an zu schreiben. Es ist wichtig, dass man ein Ziel vor Augen hat, wenn man einen Roman beenden will.


2. Wenn du einen Roman schreibst, geh nach Berlin. Das ist wichtig. Nur dort kannst du den nötigen Esprit aufbringen, um dich für zwei Jahre im Arbeitszimmer einzuschließen.


3. Schreib keine Gedichte. Und wenn doch, verrate es niemandem, vor allem nicht dem Verlag, der dich veröffentlichen soll.


4. Wenn dir jemand eine tragische Geschichte aus seinem Leben erzählt, antworte mit: „Das ist ein guter Plot!“ Damit machst du dich beliebt und beweist, dass du Kunst und Leben zu trennen vermagst.


5. Bitte lade keinen gefährlichen Menschen zum Tee ein. Ich schätze Joseph Beuys` Ratschläge, aber er hat in einer anderen Zeit gelebt.


6. Sei nicht durchgehend ironisch. Wenn du immer nur ironisch bist, nimmst du dich bald selbst nicht mehr ernst. Wenigstens du solltest doch glauben, was du schreibst.


7. Sei nicht allzu ernst. Es gibt zu viele trockene Romane, oder Comedians, die Bücher veröffentlichen. Vielleicht gibt es ja doch einen Mittelweg, auch in einem Land, das Unterhaltung immer noch als Kategorie, nicht als Qualität versteht.


8. Höre auf die Zeichen. Wenn dein Verleger Bauchgrummeln bekommt, sobald du ihm von deiner neuen Romanidee erzählst, überdenke deinen Einfall von letzter Nacht.


9. Bleib optimistisch! Das Schreiben zehrt an Gesundheit, Finanzen und Privatleben, aber davon abgesehen ist das Schriftstellerleben gar nicht so übel!
 

Nächstes Mal erzähle ich euch von meinen persönlichen Erfahrungen rundum den neuen Roman. Bis dahin den zehnten und allerwichtigsten Ratschlag: Das wird schon!


Schönen Gruß

Euer Max Baum